Intimes beim Kaffeeröster

Zehn Jahre "Le Café Théâtre": Kultureller Leuchtturm

Fränkische Nachrichten, Tauberbischofsheim/Bad Mergentheim/Buchen/Walldürn/Wertheim, 8. Februar 2011

von Dieter Schnabel


1983 ist er als Musikalischer Leiter ans Theater Heilbronn gekommen, wo er dessen Ruf als überregional beachtete Musical-Bühne begründete. 2001 initiierte der 1951 in Luxemburg geborene Nicolas Kemmer "Le Café-Théâtre" in der Käthchenstadt, dessen künstlerischer Leiter er seither ist. Im Haus der Kaffeerösterei von Hanspeter Hagen beheimatet, ist dieses intime Theater ein kultureller Leuchtturm Heilbronns.
19 Inszenierungen und neun musikalische Produktionen wurden bisher dort gezeigt, zumeist mit seiner Frau Cornelia Bielefeldt in einer Hauptrolle.
In der Jubiläums-Gala wurden Kostproben aus früheren Programmen geboten, aber auch Neues. "Willkommen im Club" hieß es zum Auftakt und da durfte selbstverständlich Fred Ebbs "Willkommen, Bienvenue, Welcome", vertont von John Kandar, nicht fehlen. Im Smoking, mit weißem Schal moderierte Hanno Wingler, brillierte mit dem gekonnten Vortrag der "Nuss" aus dem Programm "Wie man sich bettet" und nannte "Le Café-Théâtre" das "kleinste Dreisparten-Theater Deutschlands", denn schließlich wird da gespielt, gesungen und getanzt.
Mihai Bulfinsky als Teufelsgeiger brachte Soli aus "Romania Tzigane" zu Gehör. Cornelia Bielefeldt brillierte als Sängerin und Schauspielerin nicht nur in "Heute Abend: Lola Blau", der ersten Produktion des Hauses vor zehn Jahren, und in "Zarah 47". Vom "Jungen Ensemble Café-Théâtre" präsentierte Tales Arns die Lena-Erfolgsnummer "Satellite", während Nicole und Marco Sannwald als gut harmonierendes Tanzpaar auf sich aufmerksam machten. Und der Chef selbst, Nicolas Kemmer, wartete mit manchmal frivolen Späßchen auf, sang französische Chansons comme il faut, begeleitete die anderen als der Mann am Klavier meisterhaft und er hielt stets alle Fäden in der Hand.
Bevor es zum guten Schluss hieß: "There's no business like Showbusiness" wurde Hausherr Hanspeter Hagen, der die Erfolgsgeschichte dieser Bühne ermöglicht hat, mit einem besonderem "Oscar" ausgezeichnet.